Schmuck aus den Swinging Sixties und der 70er Jahren: Am 30. Oktober wird im Museum DIVA in Antwerpen die Ausstellung The Jeweller´s Art eröffnet

The Jeweller´s Art - Revolutionärer Schmuck aus den 1960er und 1970er Jahren

Ab 30. Oktober präsentiert DIVA, das Museum für Diamanten, Schmuck und Silber, in Zusammenarbeit mit dem Cincinnati Art Museum aus den USA die Ausstellung The Jeweller’s Art. Schmuck aus den Swinging Sixties und der 70er Jahren. Im swinging London der 1960er Jahre entstand eine innovative Strömung in der Schmuckindustrie, die schnell auch Europa und die USA erreichte. Die Ausstellung zeigt Schmuck, Mode, Musik und Design aus dieser bewegten Zeit, die gerade wieder voll im Trend liegt. 

“Jewellery should be fun.”
Eine neue Generation von Schmuckdesignern wollte andere Wege gehen und sich vom konventionellen Nachkriegsschmuck abgrenzen. Die Goldschmiede widersetzten sich den geltenden Regeln des Schmuckdesigns und experimentierten mit neuen Techniken, Materialien und Einflüssen. Sie betrachteten sich selbst als Künstler und ihren Schmuck als Kunstform. Daraus entstanden die sogenannten Statement Schmuck, die auf der Grenze zwischen Kunst und Design anzusiedeln sind.

Andrew Grima (1921-2007), Italien, arbeitete in England, Brooch, 1969, Gold, Wassermelone, Turmalin, Diamanten, Mit freundlicher Genehmigung des Cincinnati Art Museum, Sammlung Kimberly Klosterman, Foto Tony Walsh
Andrew Grima (1921-2007), Italien, arbeitete in England, Brooch, 1969, Gold, Wassermelone, Turmalin, Diamanten, Mit freundlicher Genehmigung des Cincinnati Art Museum, Sammlung Kimberly Klosterman, Foto Tony Walsh

Andrew Grima war einer der bekanntesten und meistgefragten Schmuckdesigner dieses Genres. Er wurde 1921 in Rom geboren und starb 2007 in Gstaad, lebte und arbeitete aber die meiste Zeit seines Lebens in London, dem Epizentrum der Swinging Sixties. Sein Motto lautete: „Jewellery should be fun.” Er war davon überzeugt, Schmuck sei dazu bestimmt, den Augenblick zu genießen und nicht in einem Tresor eingeschlossen zu werden. Diese moderne Strömung brachte Schmuckstücke hervor, deren Form und Konzept sowohl expressiv und futuristisch, als auch organisch waren. Neben einem völlig anderen Umgang mit Materialien diente auch die Natur als wichtige Inspirationsquelle. Für die Entwürfe wurden Rohgold und bis dahin eher ungewöhnliche Materialien wie Tigerauge und unbearbeitete Kristalle, aber auch Meteorit und sogar Knochen von Dinosauriern verwendet. 

Die Designer legten die sozialen, kulturellen und künstlerischen Veränderungen fest, die diese Zeit prägten: vom Surrealismus bis zum ersten Menschen auf dem Mond sowie von Op-Art bis Disko. Das Ergebnis waren asymmetrische und sehr farbenfrohe Schmuckstücke, die viel Aufmerksamkeit erregten. Die innovative Interpretation von Schmuck begeisterte einen interessanten Kundenkreis, zu dem neben Royals und Filmstars auch Promis aus der Medien- und Musikszene gehörten.

Kunst und Schmuck bilden eine Einheit
Die über 100 hier gezeigten Schmuckstücke aus der Zeit zwischen 1960 und 1970 ​ wurden noch nie zuvor zusammen präsentiert. Sie stammen alle aus der Sammlung von Kimberly Klosterman, die vor 30 Jahren begann, Schmuck von amerikanischen und europäischen Designern aus dem 20. Jahrhundert zu sammeln. Im Fokus standen dabei Künstlerjuwelen aus den 1960er und 1970er Jahren.

Bei den Objekten handelt es sich um Schmuck, der im Auftrag von u. a. Bulgari, Cartier, Van Cleef & Arpels und Masenza angefertigt, sowie von Designern wie Andrew Grima, Arthur King, Cesare De Vecchi, Charles de Temple und David Webb entworfen wurde, deren Arbeiten auch in den Sammlungen verschiedener Museen zu sehen sind. Stücke des Belgiers Fernand Demaret befinden sich ebenso darunter.

Transito: Machen Sie im DIVA einen Trip ins Weltall
Zur Ausstellung gehört auch eine Installation von Space Encounters und Children of the Light. Die Arbeit interpretiert die Gestaltungsformen der 1960er–1970er Jahre auf eine zeitgenössische Weise, balanciert auf der Grenze zwischen Kunst, Design und Architektur und bezieht neue technologische Errungenschaften mit ein.

Die Installation nimmt einen ganzen Saal der Ausstellung The Jeweller’s Art ein. Die Besucher betreten ein Labyrinth und fühlen sich wie in einer neuen Welt: Beleuchtung und Geräuschkulisse ändern sich ständig, regen alle Sinne an und ahmen buchstäblich eine Erfahrung im Weltall nach. Die Besucher können frei im Raum herumirren und den Space-Age-Schmuck in einer unvergesslichen Kulisse bewundern.

Die Installation wurde als eigenständige Entität entworfen und verhält sich mit Hilfe modernster Technologie fast wie ein lebendiger Organismus. Das an- und wegrollende Licht erzeugt ein befremdliches Raum- und Zeitgefühl. Aufgrund der inhaltlichen Ausgangspunkte und der äußeren Erscheinungsform des Kunstwerks können die Besucher der Ausstellung The Jeweller’s Art das Gedankengut der 1960er-1970er Jahre buchstäblich am eigen Leib erfahren. Außerdem bietet die Installation die Möglichkeit, die Besucher auf eine ästhetische, spannende und technisch interessante Weise von ihren Mitbesuchern zu trennen, was den Vorsichtsmaßnahmen im Hinblick auf COVID-19 sicher zugute kommt.

Die Installation wurde speziell für das Museum DIVA angefertigt. Nachfolgend sehen Sie als Beispiel die Installation Transito, die früher bereits in „De School“ in Amsterdam gezeigt wurde.

Bei jeder Veröffentlichung angeben:

Die Ausstellung ist eine Produktion des Cincinnati Art Museum, Cincinnati, Ohio, USA und wird von DIVA, Museum für Diamanten, Schmuck und Silber, Antwerpen, Belgien produziert.

Kuratorin DIVA: Catherine Regout


Besucherinformationen

  • Wann: Freitag 30. Oktober 2020 bis Sonntag 14. März 2021
  • Wo: DIVA, Suikerrui 17 - 19, 2000 Antwerpen
  • Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag von 10 – 18 Uhr, Mittwoch geschlossen
  • Tickets: Standardtarif 12 € pro Person, einschließlich der Dauerausstellung
  • Tickets erhältlich im Webshop

Previews, Führungen und Interviews mit der Kuratorin können über suzanne.delange@divaantwerp.be geplant werden.

 

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Über DIVA, das Museum für Diamanten, Schmuck und Silber

DIVA ist das Museum für Diamanten, Schmuck und Silber in Antwerpen. Auf einem thematischen Ausstellungsparcours lernt der Besucher die historische und zeitgenössische Geschichte der Diamanten in Antwerpen kennen. Rund 600 Objekte aus der DIVA-Sammlung werden dem Publikum auf eine bedeutungsträchtige Weise präsentiert. Inszenierungen, Soundscapes, Multimedia-Installationen und interaktive Mitmach-Elemente versetzen die Besucher in das luxuriöse Universum der Juwelen und Diamanten. DIVA unterhält ihre Besucher auf meisterhafte Weise und regt sie außerdem dazu an, auch die tieferen Bedeutungsebenen zu ergründen.